Ein weiterer Versuch das Internet zu füllen

Donnerstag, Februar 09, 2006

...und machst du die Teitens nicht frei, kann ich nicht...

...ähm ja. Der Rest dieses Rock-am-Ring Klassikers soll uns dann doch erspart bleiben. Fakt ist, dass ich am Dienstag in Deutschlands erstem Hooters war. Und da die wenigsten von euch wahrscheinlich jemals die Gelegenheit nutzen werden nach Neunkirchen im Saarland zu kommen möchte ich euch die Chance gegendas erlebte durch meine Augen zu sehen.
Zuallerst mal die Frage: Wieso macht ein Hooters ausgerechnet im unterbevölkertsten Bundesland Deutschlands auf und dann auch noch in einem Kaff, dass ich auch nur kenne weil ich da aufs Gymmie gegangen bin und die den nächsten Pro-Markt (Kruschladen inzwischen) in Reichweite haben? Keine Ahnung. Laut Geschäftspolitik auf hooters.com kann man einen solchen Laden auch nur eröffnen wenn mindestens 100.000 Leute in einem 5km Radius wohnen und ich glaube nicht dass die das Ansatzweise packen.
Aber jetzt zum Erlebten selbst. Das Ziel war eigentlich nur, dass wir FuBa BuLi gucken wollten und das möglichst live und da die Premiere haben dachten wir, was soll's.
Also eiligen Schritten in den Laden gestiefelt. Erste Überraschung. Das ist ja verdammt hell hier, kann man da noch alles auf dem Bildschirm erkennen? Erleichterung folgt sofort. Denn das Hooters hat nicht gegeizt und servierte seinen Gästen gleich 5 exzellent Flachschirme, die in sinnvollen Positionen angebracht waren. Zweite Überraschung. Sind wir noch in Deutschland? Um uns herum nur englisch sprechendes Volk, denen das G.I. fast auf die Stirn tätowiert war. War aber eigentlich klar, denn die Ramstein-Airbase ist keine 50km entfernt und für die muss das so ne Art kleine Fahrt nach Hause gewesen sein (quasi ihr "Petite Madeleine" wie ich gestern auf Arte gelernt hab), deshalb war es auch kaum verwunderlich, dass einige mit ner Videokammera da saßen und Aufnahmen machten, die sie wahrscheinlich in einigen Monaten ihren Freunden in den Staaten mit den Worten: "Look, the Krauts have now a Hooters too! they are getting culture!" zeigen werden.
Dann die Bestellung. Kaum gesessen (natürlich so, dass jeder einen guten Blick auf's Spiel hatte) kam auch schon unsere Bedienung. Die Kleidung entsprach natürlich dem Standard, sprich so wie das Mädel da oben rechts. Und wie mein Kumpel Tobias so richtig sagte: "Wenn noch igendjemand auf den Turnhosenlook der 80er stehen würde, dann wäre das ja ganz nett." Das Mädel in der Kleidung entsprach leider auch dem Standard, allerdings dem von Neunkirchen (Insider seufzen jetzt enttäuscht). Hier dann die dritte und größte Überraschung. Was? Ihr habt kein Pils? Geschweigen denn Ur-Pils? Was habt ihr dann? Heinecken??? Wir sind hier in Deutschland verdammt!!! Das Unternehmen sah sich auf eine harte Probe gestellt, aber schließlich siegte dann doch der Drang Fußball zu sehen und so bestellten wir drei erstmal einen Pitcher Pseudo-Bier (9,90€ - 1,5l, geht also noch).
Der Pitcher bekam dann im Laufe des Abends noch zwei Zwillingsbrüder, denn das grottige Bayernspiel verlangte nach geistiger Erlösung in Form von Alkohol.
In der Halbzeitpause dann das was alle mit leichtem Schrecken erwarten hatten: Die Bedien-Mädels stiegen auf die Stühle und gaben ne kleine Tanzeinlage zur extra designten Musik. Begeistern konnte das aber irgendwie nur die Ammies, den wenigen Deutschen stand die Sorge ins Gesicht geschrieben, das in dieser Zeit der Getränkenachschub unweigerlich versiegt. Die sollten das mit dem Tanzen ankündigen, damit man vorher schon mal Reserve-Bestellungen machen kann.
Dass die Bedinungen abundzu auch mal ein bisschen schmusten und einem eine neue Bedienung persönlich vorgestellt wurde, wenn die alte Schluß hatte, ist von der Theorie her eigentlich ganz nett und hätte mich auch ein bisschen angemacht, würde nicht auf jeder Speisekarte groß stehn: "Our girls are tip motivated" und diese Andeutung vom Gieren nach schnödem Mammon nahm dem ganzen wieder den Hauch von Erotik.
Irgendwann war dann alles vorbei. Die Bayern hatten 'ne Null-Nummer geliefert und das Bier war auch leer. Also konnte man sich daran machen diesen Tempel amerikanischer Hochkultur zu verlassen. Die Rechnung hatte dann sogar was persönliches, denn unser Hooter-Girl lies es sich nicht nehmen jedem noch einen kleinen Smily oder ein Blümchen auf die Quittung zu malen. Das gab dann immerhin 60 Cent Trinkgeld pro Person. Das bekommt nicht jeder.
Fazit: Ich bin jederzeit bereit wieder ins Hooters zu gehen, unter der Voraussetzung dass mich jemand hinfährt, denn ich werde dann mindesten schon mal 1 Promille haben müssen. Ansonsten beliebe ich beim juten alten Braddock in Bildstock.

3 Comments:

Anonymous Jörg Jung said...

Mein Lieber Michael!
Wo bitte hast Du jemals amerikanische Kultur gesehen? Glaub mir einfach, diese burgerfressenden Analphabeten, welche dem irren Wahnsinn erliegen sie wäre eine kulturelle Großmacht, haben ein großes Fehl: KULTUR! Kein Wuder dass hier einem Pseudobier gefröhnt wird dessen Maxime Quantität statt Qualität zu sein scheint. Und was lernen wir daraus? Schuster bleib bei deinen Leisten und Michael, bleib im Braddock. q.e.d.

2:25 nachm.

 
Anonymous Jörg Jung said...

Nachtrag:
Achso, die fehlenden Buchstaben sind nur eine kleine Herausforderung und sind mit Absicht, so dass ein Amerikaner, welcher vielleicht der Deutschen Sprache mächtig sein könnte dies nicht verstehen kann. Es würde ihn sowieso überfordern.

2:27 nachm.

 
Blogger Michael Parino said...

Na, das hat er aber gefickt eingeschädelt.

4:19 nachm.

 

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