Ein weiterer Versuch das Internet zu füllen

Dienstag, August 08, 2006

Hab ich'n Druck

Ich habe früher gerne Serien im Fernsehen geschaut. Emergency Room, Akte X, Outer Limits, Space 2063 und Konsorten wurden immer gerne und regelmäßig eingeschaltet. Von Babylon 5 hab' ich sogar die Staffeln 1-4 auf DVD (Die 5te war echt der letzte Müll!). In den letzten Jahren ist es jedoch ruhig um meine Fernsehgewohnheiten geworden. Alte Serien haben aufgehört, andere wurden vergessen, neue haben keinen Platz in meinem Terminkalender gefunden.
Letztens sah ich dann die Vorschau von "Surface" auf Pro7 gesehen und mir gedacht, na das sieht doch ganz nett aus und ist auch nur ne Miniserie, damit kann man es ja mal versuchen.
Die ersten Folgen hab ich dann natürlich erst mal verpasst und letzte Woche ist es mir dann gelungen die letzte Stunde zu sehen.
Heute hab' ichs dann von Anfang an gepackt, aber was ich dann sah hat mich fast zum weinen gebracht:

Drei der Hauptcharaktere beschließen sich auf die Suche nach den geheimnisvollen Wesen zu machen, um die es bei "Surface" geht. Da diese Wesen im Meer leben, überlegen sie wie sie tief tauchen und beobachten können. Also sehen sie sich bei sich im Garten um und entdecken einen alten Druckbehälter für Erdgas oder so und denken sich: "Hey, wir steigen da rein und lassen uns an einem Seil nach unten sinken." Gesagt, getan. Schnell werden aus einem alten Schiff noch ein paar Bullaugen ausgebaut und in den Druckkessel reingeschweißt und dann geht's ab aufs Meer. Zwei klettern rein in den Tank, einer bleibt auf dem Schiff und bedient die Seilwinde.
Dann gehts abwärts.
100 Fuß, 200 Fuß, 300 Fuß und weiter fallend. Zur Erinnerung: 1 Fuß sind 0,3 Meter.
400 Fuß, 500 Fuß, 600 Fuß und weiter fallend. Ich werde langsam stutzig. 600 Fuß, also 200 Meter hätte ich dem kleinen Kässelchen nicht zugetraut.
700 Fuß, 800 Fuß, 900 Fuß und weiter fallend. Oha. Wir erinnern uns wieder: Beim "BOOT" sind die Bolzen ab 280 Meter nach innen weggeplatzt, der Druckkörper wurde verformt. Und das war ein deutsches Typ VII/C U-Boot.
1400 Fuß, 1700 Fuß, 2000 Fuß. Meine Fingernägel klammern sich so langsam in die Coucharmlehne, ich schiele kritisch rüber zu meinen Freunden.
2100 Fuß. Das Kabel reißt, die Kapsel stürzt unkontrolliert nach unten und schlägt in unbekannter Tiefe hart auf dem Meeresboden auf, kippt dann zur Seite und fällt eine Schlucht hinunter um wiederum auf dem Felsenboden aufzuschlagen. Der Kapsel macht das freilich nix aus. Geschätzte Tiefe jetzt: 1km! Außendruck: 101 bar! Und die Leute sind in einem Druckbehälter. Einem Druckbehälter, der darauf ausgelegt ist, große Drücke in seinen INNEREN auszuhalten. Mit Bullaugen ausgestattet, die so dick wie mein kleiner Finger sind!
Mir fiel daraufhin die Futurama-Folge ein, in der die Crew angeln geht, aber ein riesiger Fisch zieht das Raumschiff unter Wasser.
Irgendwann sagt der Professor: Oh, wir sind schon 270 Meter tief. Das heißt auf der Aussenhülle lastet ein Druck von 28 Atmosphären!
Daraufhin Fry: Auf wieviel ist das Schiff denn ausgelegt?
Professor: Nun, es handelt sich um ein Raumschiff. So zwischen 0 und 1.

Doch damit nicht genug. Die Zwei in der Kapsel erkennen ihre heikle Lage und versuchen ihr Rettungssystem, welches aber versagt. Was das für ein System ist kommt noch.
Also funken sie um Hilfe. FUNKEN!!! In einem Kilometer Tiefe! Und sie bekommen auch noch Antwort. DAS! GEHT! NICHT!
Und kurz bevor ihnen die Luft ausgeht werden sie von einem der mysteriösen Wesen durch die Gegend geschleudert. Ihr Rettungssystem entklemmt sich und löst endlich aus. Und wisst ihr was es ist? Ein kleines Schlauchboot. Mit automatischer Pumpe. Muss für ungewöhnliche Situationen dimensioniert worden sein, dass die kleine Pumpe in sekundenschnelle über 100 bar entgegenwirken kann. Noch erstaunlicher ist dann, dass das winzige Schlauchboot die STAHLkapsel mit einer Geschwindigkeit von ca. 100m/s wieder an die Oberfläche befördert.

Liebe amerikanische Autoren: Bevor ihr etwas schreibt, macht euch doch bitte erstmal mit den Grundkenntnissen der Physik vertraut und vertraut nicht darauf, dass euer Publikum genauso dumm ist, wie ihr selbst. Vielleicht kann ich mir dann auch irgendwann mal wieder ne Serie im Fernsehen anschauen.

6 Comments:

Blogger Frank said...

I schaugs blos wei die oana Wissenschaftlerin im Bikini geil ausschaut.

11:28 vorm.

 
Blogger Butterbemme said...

Ahhh scheiß Spoiler!
Ich wollts mir selbst anschauen. Hab zum Glück noch rechtzeitig aufgehört zu lesen. Habs mir aufgenommen, weil Montag ist meist Vox-Tag.

7:25 nachm.

 
Blogger PropheT said...

Mir war die Aufmachung schon zu billig, hätte mir aber fast mal ne Folge angeguckt. Danke für den (Anti-)Tipp.

8:41 nachm.

 
Blogger Aufklärungszentrale said...

Die Gesetze der Physik irren sich einfach und haben es selbst noch nicht begriffen. So einfach ist des.

9:18 nachm.

 
Blogger Lou said...

hehehe...lustig. Aber zum Glück habe ich diese Serie garnicht erst begonnen zu schaun. Hab schon so jeden Abend eine..oder zwei.

11:06 nachm.

 
Blogger Michael Parino said...

Hab ich leider vergessen zu sagen: ABGESEHEN von den Fehlern, die ich hier beschreibe, ist die Sendung ganz vernünftig aufgebaut und, wenn man etwas toleranter ist als ich, sogar richtig unterhaltsam. Ich werde mir wahrscheinlich auch die nächste Folge ansehen, einfach damit ich wieder was zum bloggen und klugscheißen habe :-).

5:03 nachm.

 

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